...warum? <'3 warum tust du das? ich hab dir nix getan...;_;

unsre FF*

~Keep holdin' on~

...

<333

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~Bill's Sicht~

Hier lieg ich jetzt auf dem Boden… mein Körper, überseht von blauen Flecken, Schnitt- und Brandwunden… alle meine Knochen tun mir weh, mein Kopf fühlt sich so ungeheuer schwer an, mein Unterleib schmerzt und am meisten tut es tief in mir Drinnen weh… in meinem Herzen.

Wie können Menschen nur so grausam sein? Wie können sie andere Menschen nur so quälen? Merken sie denn nicht, dass die anderen daran kaputt gehen? Zerbrechen? Innerlich sterben? …nicht mehr leben wollen?

Meine Augenlider fallen mir zu. Ich hoffe so, dass ich einschlafe und einfach nicht mehr wach werde… alle Schmerzen vergesse… sie nie, nie wieder spüren muss.

Nie wieder.

Doch ich kann mir denken, dass es noch lange nicht alles war. Noch lange nicht. Wahrscheinlich erst der Anfang. Ich meine… wer bitte soll mich hier irgendwo finden? Ich weiß nicht einmal wo ich bin, so dass ich jemanden um Hilfe rufen könnte. Meine arme Mutter… sie wird sterben vor Sorgen. Aber ich komm hier nicht raus… nicht alleine… dafür bin ich einfach… zu schwach. Vielleicht auch zu willenlos?

Ich kann einfach nicht mehr!!

 

Das schwache Licht, welches durch das Fenster scheint wiegt mich hin und her… weg, ins Land der Träume, doch ich hab nicht die Zeit dort an zukommen, da wird die Tür aufgerissen.

Die lauten Geräusche… es tut schon weh! Ich kneife meine Augen noch mehr zusammen, mache mich so klein, wie es mein Körper mir erlaubt und ungewollt fange ich an zu zittern… vor Angst.

Wenn ich noch einmal diese Schmerzen durchstehen muss, sterbe ich.

Doch, anstatt wieder lautes Gebrüll, harter Schläge, widerlicher Streicheleinheiten, scharfer Messerspitzen oder anderer Anzeichen für Schmerzen, merke ich plötzlich nur eine warme Hand, die meinen Rücken rauf und runter streicht.

Mein Körper entspannt sich ein wenig.

Selbst, wenn ich nicht weiß, wer das ist, selbst, wenn ich die Person nicht sehe… ich weiß, dass mir nichts passiert. Ich fühle es einfach.

 

„Gott…“, höre ich plötzlich ein Flüstern. Sein Flüstern! Das Flüstern! Seine Stimme… Toms Stimme.

Ich weiß nicht warum, doch ich hatte die ganze Zeit über die Vermutung, er ist es, der gekommen war.

Meine Hände krallen sich fester um meinen nackten Oberkörper.

„Bill? Ich… ehm… kannst du mich hören?“

Toms zarte, besorgte Stimme umhüllt mich wie ein warmes Seidentuch. Lässt mich auf einer Wolke schweben und hin und her wiegen. Lässt den Schmerz verblassen…

Ich nicke vorsichtig.

„Oh… gut. Ehm, also ich tu dir nichts! Keine Sorge… Bist… bist du okay?“

Ob ich okay bin? Schau mich an, dann siehst du es! Dann siehst du, dass ich alles andere als okay bin. Dann siehst du, dass ich am Ende bin. Dass ich nicht mehr kann…

Dann siehst du, dass ich Geschlagen, Verletzt, Geschnitten, beinahe Verprügelt… und Vergewaltigt wurde. Und das alles von deinen ach so tollen Freunden: Justin!

Auf Toms Frage schüttele ich den Kopf.

„’Tschuldigung… natürlich bist du nicht okay. Ehm… kannst du aufstehen? Es versuchen?“

Ich atme einmal tief durch.

…kann ich aufstehen? Hab ich noch genug Kraft dafür? Nein… ich kann es nicht… nichts mehr…

„…es geht nicht. Ich kann nicht…“, hauche ich, doch zum Schluss versagt meine Stimme vollkommen.

Ich öffne meine Augen ein wenig und blicke sofort in die von Tom.

Besorgt schaut er mich an und nickt.

„Okay… dann… ruf ich meine Mum an… bleib einfach liegen… ich, ehm… ich komm gleich… keine… keine Sorge.“

Ich weiß nicht warum, doch ich kaufe es ihm ab. Jedes Wort… jeden Blick… jede Bewegung.

Ich vertraue ihm Blind.

Vielleicht liegt es daran, dass ich einfach zu nichts mehr fähig bin und nicht einmal die Kraft hätte ihm zu widersprechen… oder aber, weil… ich weiß nicht warum.

 

Tom verlässt den übel hergerichteten Raum und schwach höre ich seine besorgte und aufgeregte Stimme, wie sie sich mit jemandem leise und hektisch unterhält.

Wenige Minuten später ist es wieder still und Tom kommt zurück.

Er lässt sich neben mich auf den Boden in die Hocke sinken und weiß sich nich zu helfen. Legt einfach seine warme Hand auf meinen kalten Rücken und streicht damit wieder vorsichtig hoch und runter.

Ich schließe die Augen und wimmere vor Schmerzen.

„Das tut mir alles so leid, Bill…“, wispert Tom nach einer Weile.

Stille. Ich bin plötzlich so… so Energiegeladen, wenn auch nur für wenige Sekunden.

Es war ein unglaublicher Adrenalinstoß. Diese Worte… es tut ihm leid. Es tut ihm also wirklich ganz aufrichtig Leid. Er wollte es also nicht. …es tut ihm einfach leid. Ich tu ihm leid. Er ist auf meiner Seite. Ganz allein, auf meiner.

Ich öffne meine Augen wieder und sehe Tom schwach an. Ich weiß nicht was ich machen soll, ob ich weinen –oder lachen soll. Es ist verwirrend.

Schließlich lächle ich doch. Leicht… ganz leicht und sanft.

Tom erwidert dieses Lächeln augenblicklich. Wärme flutet jede Zelle meines Körpers und doch zittere ich noch immer, mehr sogar.

Tom bemerkt dies und sein Blick wandelt sich in sekundenschnelle in einen ungeheuer besorgten, doch anstatt etwas zu sagen, zieht er sich seine große Sweatjacke aus und hält sie mir hin.

„Da, nimm.“

Ich schaue verwirrt zwischen ihm und der Jacke her. Bin nicht wirklich in der Lage um etwas zu tun. Bin einfach zu schwach und noch immer zu geschockt. Von allem… allem, was passiert ist und gerade passiert.

Tom, der nun wieder etwas Mut gefasst zu haben scheint, legt mir die Jacke schließlich einfach über die Schultern.

Ich schaue ihn Dankbar an, und ziehe sie mir ganz an, indem ich meine dünnen Arme in die riesen Ärmel schlängele, den Reißverschluss bis obenhin zu ziehe und meine Arme gleich wieder um meinen frierenden und zitternden Körper schlinge.

„Danke…“, hauche ich.

Tom lächelt mich an und scheint etwas zu überlegen.

 

„Meine Mum kommt gleich… ich hab ihr gesagt, dass ich… naja, weißt du… ach egal… also wir müssen aus dieser Hütte hier raus. Ich helfe dir, okay? Es wird nicht leicht, aber du musst es wenigstens versuchen!! Okay? Hörst du, Bill?“

Ich nicke leicht.

„Gut… ich denke sie ist so in 5 bis 10 Minuten hier. Wollen… wollen wir schon mal raus?“

Ich nicke erneut stumm.

Viel zu sehr bin ich damit beschäftigt, diese immer schlimmer  werdenden Schmerzen zu ignorieren und mit der Frage, was er seiner Mutter denn erzählen will, oder vielleicht sogar schon hat, dass ich so hergerichtet bin.

Tom steht auf und schaut mich fordernd an.

Ich verstehe, was er will und atme einmal tief durch.

Mein fester Griff meiner Arme um meinen Oberkörper lockert sich und ich lasse meine Arme schlaff neben meinem Körper hängen, bevor ich sie auf den Boden stützte und so versuche aufzustehen.

Doch, es geht nicht. Mein Körper scheint wie aus Gummi und Eisen gleichzeitig.

Ein Schmerz, der nicht zu beschreiben ist zieht sich durch mich hindurch. Ich hab das Gefühl, gleich Ohnmächtig von diesen Schmerzen zu werden und klappe einfach wieder zusammen.

Verliere jegliche Selbstkontrolle und fange an zu weinen. Bitterlich an zu weinen.

Die Tränen rinnen über mein Gesicht.

Tom fällt neben mich auf die Knie und nimmt mich einfach in den Arm, etwas schüchtern, doch er tut es, und umschließt mich mit seinen festen, beschützerischen Armen.

Ich umschlinge seinen Oberkörper, vergrabe mein Gesicht in seiner Schulter und weine weiter.

Lautes Schluchzen, unregelmäßiges Schulternzucken, Tausende von Tränen…

„Pscht… hey, Bill. Wein nicht… pscht…Halt durch!“

Nie hätte ich gedacht, dass sich mal so eine Situation ergibt. Niemals.

Ich hatte ja noch nicht einmal in meinen schlimmsten Träumen daran gedacht, vergewaltigt zu werden… und dann auch noch so weinend in Toms Armen zu liegen.

Hätte mir vor einer Woche jemand gesagt ‚hör mal, in paar Tagen is das alles so und so’, hätte ich ihn nur eiskalt ausgelacht und für verrückt abgestempelt. Und jetzt… jetzt ist es nun mal so, wie es ist.

 

Tom wiegt mich in seinen Armen hin und her. Wie eine Mutter sein kleines Kind hin und her wiegt, wenn es sich das Knie aufgeratscht hat. Doch diesmal war es nur um einiges schlimmer…

Das sanfte Schaukeln in seinen Armen beruhigt mich immer mehr, so dann mir nur noch stumm die Tränen über die Wangen laufen und die in Toms ohnehin jetzt schon nasser Schulter versickern.

Als wir von Draußen Motorgeräusche hören, zwinge ich mich langsam dazu, endlich auf zuhören.

Ich wische mir mit meiner vom Boden und von meinem Blut dreckigen Hand durch mein Gesicht und schniefe noch einmal laut auf.

„Tom? Was willst du deiner Mama sagen, was mit mir passiert ist?“

Mein Flüstern… so rau, kalt und erschreckend…

Tom schaut mich überrascht an.

„Oh… darüber hab ich noch gar nicht nachgedacht. Ist es okay, wenn ich ihr die Wahr-“

Ich unterbreche ihm mit einem Kopfschütteln, welches ich den Kopfschmerzen wegen sofort einstelle und ein ‚auf keinen Fall!’ dranhänge.

Tom nickt.

„Okay. Ehm… ich… ich lass mir was einfallen. Lass… lass mich… einfach machen.“

Diesmal bin ich es, der nur nickt.

Tom hilft mir diesmal auf zustehen und stützt mich.

Langsam gehen wir zusammen aus dieser widerlichen Hütte, welche ich einfach nie wieder in meinem ganzen Leben sehen will.

Nie, nie wieder!

Mit jedem Schritt, mit jeder doch so kleinen Bewegung schmerzt mein Unterleib mehr. In meinem Kopf dreht sich alles. Mein Atem ist so flach, dass ich wirklich nahe einer Ohnmacht bin und als wir schließlich am Auto ankommen, lasse ich mich erschöpft auf den Sitz fallen und schalte vollkommen ab… bekomme nichts, wirklich nichts mehr mit.

Bin einfach nur ich und versuche zu vergessen… alles.

 

„Bill… wach auf, wir sind da. Komm schon… Bill?“

Ein leichtes Rütteln an meiner Schulter lässt mich zusammen zucken. Ich schlage meine Augen auf und erkenne erst nach wenigen Sekunden, wo ich bin.

Da fällt mir auch alles wieder ein, sowie meine Schmerzen.

Ich stöhne leicht auf, als ich meine Beine aus dem Auto hieve und zum Aufstehen bereit bin.

„Gib mir deine Hand, Bill. Mach schon…“

Ich lege meine Hand in Toms. Er umschließt sie fest und hilft mir so, aus dem Auto auf zustehen.

„Tom? Bist du sicher, dass wirklich alles okay ist?“

Die Mutter von Tom scheint besorgt, doch Tom scheint sich wirklich etwas ausgedacht haben.

„Ist okay, Mum. Er ist nur besoffen… das kennst du doch von mir! Also kein Ding… ich mach das schon. Danke nochmal fürs Fahren.“

Auf Toms Antwort wünsche ich mir wirklich nichts lieber, als dass es die Wahrheit wäre. Dass ich doch nur besoffen wäre, und alle meine Erinnerungen teil eines schlechten Films wären… doch immer wieder durch diesen Schmerz wird mir bewusst, dass es die grausame Realität ist.

Warum ich?, frag ich mich da nur, doch da hilft Tom mir auch schon ins Haus zu gelangen.

Ich bin ihm so Dankbar… einfach für alles, was er tut, getan hat und tun wird. Ich bin ihm so unendlich Dankbar, doch ich kann es einfach nicht sagen, in Worte fassen, ausdrücken… außerdem hab ich die Kraft dafür nicht… bin zu schwach.

 

Begleitet von Tom und leider auch den Schmerzen gelange ich in ein großes, Zimmer. Es ist chaotisch, aber aufgeräumt. Chaotisch aufgeräumt. Ähnlich wie bei mir. Doch ich hab keine Lust darüber nach zudenken, wessen das Zimmer nun ist, wessen nicht…

Tom führt mich zu einem großen Bett und deutet mir mich hin zusetzten.

Ich gehorche sofort, lasse meinen Körper auf die Matratze fallen und schlinge meine Arme um meinen Bauch.

Mein Bauch, Unterleib… es tut weh. Das gehen, die Bewegungen haben es unerträglich gemacht.

Tom zieht die Vorhänge vor dem Fenster zu, macht eine kleine Lampe an und kommt wieder zu mir.

„Wie  geht’s dir?“

„Nich’ gut…“

Ich schließe die Augen und atme tief durch. In meinen Kopf fangen die Sachen an, sich zu drehen.

„Hast du dolle Schmerzen?“

Ich nicke.

„Mein Bauch und… Unterleib tut scheiße weh…“

„Leg dich hin, Bill. Das ist okay so. Leg dich hin und schlaf…“

„Aber ich kann doch nicht-“

„Mach einfach! Das geht schon!!“

Ohne mich weiter überreden zulassen, lasse ich mich auf die Seite fallen, stülpe mir die Schuhe irgendwie von den Füßen und lege mich hin.

Ganz flach… mein Atem wird immer flacher. Meine Gedanken langsamer, meine Kopfschmerzen verblassen der Wahrnehmung immer mehr, langsam, langsam fallen meine Augen zu und ich schlafe schließlich seelenruhig wieder ein.

 

[der Teil war jetzt aber mal n Langer?! o.O  xD]

9.8.07 00:35
 


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